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Katze

Katzen und Menschen haben viele Zellfunktionen gemeinsam. Sie werden schon seit Jahrhunderten als Haustiere gehalten und auch bereits seit den Anfängen der Medizin für Forschungszwecke genutzt. Schon seit 1898 tragen Katzen zur Erforschung von Emotionen, Herzkrankheiten, Rückenmarksverletzungen, Katarakt-Operationen, Glaukom, Lupus, Diabetes, Spina bifida etc. bei. Diese Krankheiten sind typisch sowohl für den Menschen als auch für die Katze. Die Forschungsbestrebungen in diesen Bereichen haben unser Wissen über Humankrankheiten stark bereichert und auch die Entwicklung der Veterinärforschung vorangetrieben.

Katzen werden hauptsächlich als Modelle zur Erforschung sensorischer Systeme und auf dem Gebiet der Neurowissenschaft verwendet. Sie haben ein feines Gehör, ein ausgezeichnetes Sehvermögen und hochentwickelte Räumlichkeits- und Gleichgewichtssinne. Diese stark ausgeprägten Sinne waren schon immer interessant für Wissenschaftler. Darum ist über die sensorischen Systeme der Katze mehr als über die anderer Tiere bekannt. Katzen haben auch kognitive Fähigkeiten und Erinnerungen entwickelt und werden deshalb häufig für Labortests zur Lernfähigkeit eingesetzt, deren Ergebnisse dann auf die menschliche Bildungspraxis übertragen werden können.

Durch die Entwicklung zuverlässiger Anästhesiemethoden und feiner Instrumente zur Untersuchung des Nervensystem, können Katzen zum Studium verschiedenartiger neurologischer Probleme, wie Epilepsie, Taubheit und Sehstörungen eingesetzt werden und haben bereits einen enormen Beitrag zu unserem heutigen Verständnis des Nervensystems geleistet.

Das visuelle System

David Hubel untersuchte die Entwicklung und Funktion des visuellen Systems in Katzen und fand dabei heraus, dass Säugetiere – einschließlich des Menschen – mit einem nur teilweise entwickelten visuellen System geboren werden. Er baute auf vorangegangene, detaillierte Studien des Nervensystems von KatzenjungenANCHOR auf und fand heraus, dass für die vollständige Entwicklung des Auges, des optischen Nervs und des Sehzentrums im Gehirn eine Lichtstimulation der visuellen Neuronen notwendig ist. Dieser Arbeit wurde 1981 der Nobelpreis für Medizin verliehen.ANCHOR

Alterung

Die relativ lange Lebensdauer von Katzen - verglichen mit Mäusen und Ratten - ermöglicht die Beobachtung der langsameren und subtileren Alterungseffekte. Katzen erreichen ein Alter von 16-20 Jahren, wobei Fortschritte bei den Behandlungen vieler Katzenkrankheiten ihre Lebenserwartung erhöht haben.

Krebsforschung

Leukämie, eine bösartige Erkrankung der blutproduzierenden Organe, die die unkontrollierte Produktion abnormaler weißer Blutkörperchen zur Folge hat, ist vielleicht die berühmt-berüchtigtste aller Krankheiten, die sowohl Katzen als auch Menschen heimsuchen. Bei Katzen wird eine Erkrankung, die der menschlichen Leukämie ähnlich ist, durch einen Retrovirus hervorgerufen, der 1965 entdeckt wurde. Mittlerweile ist ein Impfstoff gegen diesen Katzenleukämie-Virus erhältlich, der im Laufe der Jahre verfeinert wurde. Auch Mammatumore sind bei Katzen nicht ungewöhnlich. Viele Merkmale des Mammakrebses bei Katzen kommen denen des Brustkrebses bei der Frau gleich - die menschliche Krebsart, die bei Frauen die meisten Opfer fordert.

AIDS - Forschung

Viele Jahre lang behandelten Tierärzte Katzen mit Symptomen der Katzenleukämie, waren aber nicht dazu in der Lage, den Virus zu isolieren. Im Jahr 1986 entdeckten Forscher, dass diese Krankheit von einem weiteren Retrovirus verursacht wurde, der dem HIV-Virus beim Menschen ähnelt. Dieser Retrovirus wurde als Katzen-Aids bekannt (T-lymphotroper Lentivirus)ANCHOR und man geht davon aus, dass er durch Bisswunden übertragen wird. Man weiß, dass der Virus jahrelang im Körper ruhen kann, bevor er Erkrankungen verursacht, also könnte es noch weitere Infektionswege geben. FIV ist nicht auf den Menschen übertragbar, der Virus ist aber genetisch dem HIV-Virus ähnlich und sogar die durch ihn verursachten Erkrankungen sind sehr ähnlich. Auf natürliche Weise mit FIV angesteckte Katzen können als Modelle zur Findung effektiver antiviraler Behandlungen für Aids genutzt werden, was sowohl Mensch als auch Katze zu Gute kommt. Die jüngste Entdeckung eines FIV-Impfstoffes bietet ein potentielles neues Modell für die Nutzung bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen HIV.


Detaillierte Informationen über den FTLV-Assay und die Krankheit finden Sie unter Patents Online.
Related link: Feline T-lymphotropic lentivirus assay patent information
 http://www.freepatentsonline.com/5118602.html



Quellen

  1. Lorente de Nó, R. (1949) Cerebral cortex: architecture, intracortical connections, motor projections. Chapt. 15 in Fulton. J. F.: Physiology of the Nervous System. 3rd edition, Oxford University Press, New York and London
  2. Hubel, D (1981) Nobel lecture. http://nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1981/hubel-lecture.pdf
  3. Pedersen et al. (1987) Science 235: 790-793

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