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Erfolgreiche Herztransplantationen beim Menschen

Cardiac surgeryFür die Transplantation wichtiger Organe müssen Blutgefäße miteinander verbunden werden können. Eine wirkungsvolle Methode wurde von Alexis CarrelANCHOR mithilfe von Experimenten an Katzen und Hunden entwickelt und hierfür bekam er den Nobelpreis 1912 zugesprochen. Carrel experimentierte auch mit Nierentransplantationen und es gelang ihm, eine Niere aus einem Tier zu entfernen und an anderer Stelle in demselben Tier wieder einzusetzen.ANCHOR Er stellte fest, dass die Niere, die aus einem anderen Tier übertragen worden war, nach einigen Tagen aufhörte, zu arbeiten. Daraus zog er die Schlussfolgerung, dass, obgleich die Operation klappte, es noch andere Faktoren im Wirt geben musste, die die Niere des anderen Tieres beeinflussten. Er war vermutlich der erste, der das Phänomen der Abstoßung bloßlegte, welches 1923 durch Williamson und seine komplexeren ExperimenteANCHOR an Hunden bestätigt wurde.

Abstoßung verhindern
Herztransplantationen in Hunden
Menschliche Herztransplantationen
Weitere Entwicklungen
Referenzen

Abstoßung verhindern

Die ersten Nierentransplantationen mit langfristiger Überlebensdauer zur Folge wurden in den 1950er Jahren an Hunden durchgeführt und von Dr. Joseph Murray perfektioniert.ANCHOR Er verrichtete 1954 ebenfalls die erste menschliche Nierentransplantation zwischen eineiigen Zwillingen. Jedoch musste das Problem der Transplantatabstoßung zwischen verschiedenen Spendern erst noch überwunden werden. Das Wissen über die immunologische Grundlage der Abstoßung, Toleranzentwicklung und schließlich die Entwicklung der Immunosuppressionsmittel folgte aus umfangreicher Tierforschung ab den 1950er Jahren. Die genetische Grundlage der Gewebetypisierung, die ideales langfristiges Überleben der Transplantate absichert, wurde ebenfalls anhand von Tieren ausgearbeitet. Peter Gorer und George Snell verwendeten 1965 hierfür Inzuchtmäusestämme.ANCHOR Fünf Nobelpreise (Alexis Carrel 1912, Peter Medawar 1960, George Snell 1980, George Hitchings 1988, Joseph Murray 1990) wurden für die verschiedenen Forschungsaspekte, mit denen der Erfolg der Transplantation einherging, überreicht.

Herztransplantationen in Hunden

In San Francisco untersuchten Norman Shumway und Richard Lower, in New York Adrian Kontrowitz und in Südafrika Christiaan Barnard die Möglichkeiten der Herztransplantation anhand von Forschungen an Hunden. Die ersten Versuche von Transplantationsverfahren an Hunden wurden 1958 von Shumway und Lower durchgeführt und waren 1961 voll entwickelt. Nach zehn Jahren Forschung erholten sich bis 1967 viele Hunde vollständig von einer Operation und überlebten ein Jahr oder länger.

Menschliche Herztransplantationen

Die erste menschliche Herztransplantation wurde am 3. Dezember 1967 vom südafrikanischen Chirurgen Christiaan Barnard durchgeführt, während die amerikanischen Teams noch mit den Vorbereitungen beschäftigt waren, um ihre Forschungsergebnisse auf Menschen anwenden zu können. Das Herz, das ersetzt wurde, gehörte dem 53-jährigen Lewis Washkansky, einem Patienten mit ernsthaftem Herzversagen, der nur noch kurz zu leben hatte. Leider starb Washkansky 18 Tage nach dem Eingriff an einer Lungenentzündung. Die Immunosuppressionsmittel, die erforderlich waren, damit der Körper das neue Herz annimmt, hatten seinen Widerstand gegen Infektionen stark reduziert, obgleich das neue Herz weiterhin stark schlug.


Bis Januar 1968 hatten Kantrowitz und Shumway vier weitere Herztransplantationen in den USA durchgeführt, jedoch erlagen die Empfänger schon kurze Zeit später Infektionen. Zwischen 1968 und 1970 versuchten viele Herzchirurgen, die nur wenig Wissen über Immunologie und selber keine Erfahrung mit den Verfahren an Hunden hatten, Transplantationen durchzuführen. Alle Empfänger dieser frühen Transplantationen starben innerhalb weniger Monate, entweder durch Abstoßung oder an Infektionen.

Weitere Entwicklungen

Shumway und Lower entwickelten bei ihren Folgestudien 1970 eine erfolgreiche Technik,ANCHOR die dazu führte, dass Herztransplantationen zu einem Routineverfahren wurden. Dies bedeutete zusammen mit den Fortschritten bei den Immunosuppressionsmitteln, dass in den 1980er Jahren die Transplantatabstoßung viel erfolgreicher kontrolliert werden konnte. Bis 1980, nach 12 Jahren weiterer Forschung, überlebten 65% der Herztransplantatpatienten länger als ein Jahr nach der Operation. Heutzutage werden tausende Herztransplantationen pro Jahr durchgeführt und 95% der Empfänger überleben länger als 5 Jahre. Es wird noch an neuen Quellen für Spenderorgane gearbeitet sowie an neuen Möglichkeiten, um die Lebenserwartung der Transplantatpatienten zu verlängern.


Kantrowitz entwickelte anschließend ein Herzunterstützungssystem (VAD), eine künstliche Pumpe, die das nachlassende Herz unterstützt, indem es einige seiner Funktionen übernimmt. Ein VAD bietet Hilfe für Patienten, die auf der Warteliste für eine Herztransplantation stehen und kann die Notwendigkeit einer Transplantation bis zu 15 Jahre verzögern.ANCHOR


Quellen

  1. Carrel A (1912) Surg Gynec Obst 14, 246
  2. Carrel A (1910) J Exper Med 14, 146
  3. Williamson C (1926) J Urol 16, 231
  4. Moore F (1964) Give and Take: the Development of Tissue Transplantation, Saunders, New York
  5. Mitka, M. (2001) J Am Med Assoc 286.21: 2661
  6. Brent L & Sells R (1989) in Organ Transplantation, Current Clinical and Immunological Concepts
  7. Dong,E., Griepp,R.B., Stinson,E.B., Shumway,N.E. (1972) Clinical Transplantation of the Heart. Ann. Surg. 176: 503
  8. Mitka, M. (2001) J Am Med Assoc 286.21: 2661

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