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Nutzung von Heparin als Antigerinnungsmittel

Blutgerinnungkann ein Problem darstellen, wenn der Blutfluss völlig verstört wird. Als John Abel 1914 an Hunden und Kaninchen mit Nierendialyse experimentierte, verhinderte er die Blutgerinnung mithilfe von HirudinANCHOR , einem aus Blutegeln gewonnenen Antigerinnungsmittel. Leider war dieses Extrakt kostspielig, schwierig herzustellen und frühe Präparate waren sehr unrein. Sie verursachten ernsthafte Herz- und Lungenprobleme sowie allergische Reaktionen, und waren folglich für menschlichen Gebrauch ungeeignet.

Die Entdeckung von Heparin, einem Antigerinnungsmittel, das natürlich in Säugetieren auftritt, war ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Heparin wurde 1916 zum ersten Mal von Jay Maclean aus Hundeleber isoliert.ANCHOR George HaasANCHOR produzierte es 1925 in größeren Mengen und zeigte, dass es bei Dialyseversuchen an Tieren gut funktionierte. Obgleich diese frühen Extrakte ebenfalls unrein und für menschlichen Gebrauch ungeeignet waren, bestand der große Vorteil von Heparin gegenüber Hirudin darin, dass es in großen Mengen aus Rinderleber gewonnen werden konnte, wodurch Reinigungstechniken perfektioniert werden konnten. Im Jahre 1937ANCHOR wurden gereinigte Extrakte erlangt, die sich bei Hunden, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäusen und letzten Endes auch beim Menschen als wirksam erwiesen und keine krankmachenden Effekte hatten. Heparin wird noch immer aus tierischen Quellen hergestellt und die Sicherheit der Anfertigung wird anhand von betäubten Tieren festgesetzt, um die Abwesenheit von Substanzen zu gewährleisten, die niedrigeren Blutdruck hervorrufen könnten. ANCHOR Dies wird allerdings dank moderner Gewinnungsmethoden bald nicht mehr notwendig sein.

Heparin wird noch immer als Antigerinnungsmittel bei chirurgischen Verfahren benutzt, hat allerdings keine Wirkung, wenn es oral eingenommen wird. Antigerinnungsmittel, die in Tablettenform eingenommen werden und langfristig die Gerinnung des Blutes verhindern, ähneln chemisch dem Arzneimittel Warfarin, das Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelt wurde.


Quellen

  1. Abel J, Rowntree L & Turner B (1914) J Pharmacol Exp Ther 5, 275
  2. Beck E (1984) The treatment of thrombosis, in Discoveries in Pharmacology vol 2 Ed Parnham J & Bruinvels J. Elsevier, Amsterdam
  3. McBride P (1980) The development of hemodialysis and peritoneal dialysis in Clinical Dialysis eds Nissenson A, Fine R & Gentile D, Prentice Hall.
  4. Murray D, Jacques M, Perrett T & Best C (1937) Surgery 2, 163-187.
  5. The British Pharmacopoeia, 1993.

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