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Kaninchen

A New Zealand white - commonly used for antibody production and immunology research.Die Verbesserung der Gesundheit von Kaninchen durch optimalere Ernährung und Hygiene erleichtert die Aufzucht und Pflege von Kaninchen-Populationen und macht sie zunehmend interessant als Forschungsinstrument. Die Art der Haltung der Kaninchen konnte größtenteils durch die gewonnenen Erkenntnisse über die Physiologie der Kaninchen durch medizinische Forschung verbessert werden.

Die allgemeine Physiologie von Kaninchen ist der humanen sehr ähnlich und genau wie Mäuse und Ratten leiden sie unter vielen Krankheiten, für die im Menschen ein Äquivalent zu finden ist. Junge Kaninchen sterben oft an einer Krankheit namens Mucoid Enteritis, einer schleimigen Darmentzündung, die der Zystischen Fibrose und der Cholera ähnelt. Darum können Kaninchen als Modelle zum Verständnis dieser Erkrankungen beitragen. In der Geschichte nutzte Louis Pasteur Kaninchen zur Entwicklung seines Impfstoffes gegen Tollwut und außerdem waren und sind Kaninchen wichtig bei der Analyse kardiovaskulärer Krankheiten, besonders bei Bluthochdruck und Atherosklerose.

Studien am Kaninchen haben eine Schlüsselfunktion für viele Aspekte der medizinischen Forschung, einschließlich Krebs, Glaukom, Ohr- und Augeninfektionen, Hauterkrankungen, Diabetes und Emphyseme.

Produktion von Antikörpern

Einer der häufigsten Verwendungszwecke von Kaninchen im Labor ist die Produktion von Antikörpern, welche zur Bestätigung der der An- oder Abwesenheit einer Erkrankung und zur Erforschung von Infektionskrankheiten und Immunologie genutzt werden. Antikörper sind eine Schlüsselkomponente des adaptiven Immunsystems – des Teils des Immunsystems, der für die Entdeckung fremder Organismen zuständig ist. Sie sind komplexe Moleküle, die nur vom Immunsystem eines lebenden Tieres produziert werden können und die ganz spezifische Proteinsequenzen erkennen und sich an diese binden.

Um Antikörper zu produzieren, wird dem Kaninchen eine Proteinsequenz des zu untersuchenden krankheitserregenden Organismus injiziert. Dazu werden meist neuseeländische weiße Kaninchen verwendet, da deren Größe die Produktion einer reichlichen Menge Antiserums garantiert. Die Antikörper werden vom Immunsystem des Kaninchens hergestellt, wobei der Produktionsverlauf durch regelmäßige Blutabnahme und -analyse überwacht wird. Sobald der gewünschte Antikörperspiegel erreicht ist, wird dem Kaninchen unter Anästhesie das Blut entnommen. Das Antiserum eines einzelnen Kaninchens kann über lange Zeit aufbewahrt werden, produziert eine große Menge Antikörpern und wird oft über Jahre hinweg verwendet. Im Moment gibt es noch keine Alternative zu dieser Methode der Antikörperproduktion, jedoch ist die Forschung nach einer geeigneten Methode in vollem Gange.

Laserchirurgie

Das Kaninchen stellt ein exzellentes Modellsystem zur Simulation der Reaktion menschlichen Gewebes auf chirurgische Laser dar. Die Fortschritte der Laser-Technik, die durch Forschung an Kaninchen erzielt werden konnten, sind zum Beispiel die Augenchirurgie und die Auflösung von Plaque-Ansammlungen an Arterienwänden.

Hohes Cholesterin

Die genetische Erkrankung familiäre Hypercholesterinämie verursacht einen sieben Mal höheren Blutcholesterinspiegel als bei gesunden Menschen. Hohes Cholesterin verursacht Atherosklerose – Fettansammlungen in den Arterien, die den Blutfluss deutlich behindern. Wer mit dieser Krankheit geboren wird, stirbt meist bereits in der Kindheit an einem Herzinfarkt. Das Watanabe-Kaninchen leidet durch einen genetischen Defekt unter einem tödlich hohen Blutcholesterinspiegel und stirbt im Alter von zwei Jahren an einem Herzinfarkt. Dieser Defekt beim Kaninchen ist das Äquivalent zur beschriebenen Humankrankheit.

Watanabe-Kaninchen können also als Modell für diese Krankheit verwendet werden, um bessere Behandlungsmethoden für die betroffenen Kinder zu entwickeln und allgemeine Forschung zu Cholesterin zu betreiben. Ein Erfolg, der mit Hilfe dieser Kaninchen erzielt werden konnte ist die Entwicklung einer künstlichen Leber, um das exzessive Cholesterin aus dem Blut der Kinder zu entfernen, die an Hypercholesterinämie leiden.


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