Die weltweite Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Tierforschung

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Missverständnisse

Die meisten Menschen sind mit den Forschungsabläufen nicht vertraut und es gibt viele Irrmeinungen darüber, wie Tiere in der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung eingesetzt werden. Die Wissenschaft kann außerhalb ihres Kontexts planlos wirken und der lange Prozess der klinischen Arzneimittelstudien wird oft als Wiederholung bereits durchgeführter Tierversuche fehlinterpretiert. Einige der am häufigsten gehörten Gerüchte werden im Folgenden betrachtet.

Mikrodosierung

Mikrodosierung kann Sicherheitstest an Tieren ersetzen.

Der Zweck der Mikrodosierung ist die Untersuchung der Wirkung geringster Dosen eines potentiellen Medikaments an freiwilligen Testpersonen (auch als Phase 0 der Humanstudien bezeichnet). Man hofft, dass durch diese frühe Herauskristallisierung geeigneter chemischer Verbindungen der Entdeckungsprozess neuer Medikamente effizienter wird. Als Ergebnis dessen könnten neue, dringend gebrauchte Medikamente schneller und kostengünstiger erhältlich werden.

Wenn die Mikrodosierung beweist, dass bestimmte potentielle Medikamente für den Menschen ungeeignet sind, scheidet dieser Wirkstoff sofort von der weiteren Entwicklung und den Tierversuchen aus, wodurch auch die Zahl der Versuchstiere eingeschränkt wird. Wirkstoffe hingegen, dessen Verhalten vielversprechend war, werden weiterentwickelt und auch an Tieren getestet.

Die Mikrodosierung hat natürliche Grenzen, wie jede andere Testmethode auch. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Reaktion des Körpers auf eine Mikrodosis die gleiche ist, wie auf eine volle Dosis. Es ist eine relativ neue Methode, die noch nicht vollständig validiert wurde, wobei allerdings Wissenschaftler und Aufsichtsbehörden vielversprechende Anstrengungen diesbezüglich unternehmen.

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Vioxx

Die Nebenwirkungen und der dadurch bedingte Rückzug des Arthritis-Medikaments Vioxx wurden durch Tierversuche verschuldet.

Vioxx wurde weitläufig in Tausenden von Patienten bei Humanstudien analysiert, sowohl vor als auch nach seiner Zulassung durch mehr als 70 Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt. Für sämtliche neuen Medikamente sind Tierstudien und andere Tests vorgesehen, um zu gewährleisten, dass der Wirkstoff sicher genug für Humanstudien ist. Im Fall von Vioxx war die Antwort auf die Sicherheitsfrage ‚ja‘ – die Tierversuche erfüllten ihre Funktion korrekt.

Erst nachdem über 80 Millionen Patienten weltweit das Medikament eingenommen hatten und verschiedene Langzeit-Studien durchgeführt worden waren, bestätigte sich das erhöhte Risiko des Erleidens eines Herzinfarkts bei Einnahme von Vioxx.

Die Lösung für das Problem von selten auftretenden Nebenwirkungen liegt in einer besseren Überwachung nach der Zulassung des Medikaments. Das würde dabei helfen vorherzusagen, welche Patienten ungünstig reagieren könnten – sei es durch ihre genetische Vorbelastung, Mehrfacherkrankungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.

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Northwick Park

Die Tragödie der klinischen Studie im britischen Northwick Park Hospital beweist, dass Tierstudien ihren Zweck nicht erfüllen.

TGN1412 ist eines der neueren 'biologischen' Heilmittel. Keiner der vor der klinischen Studie durchgeführten Tests konnte seine tragischen Nebenwirkungen vorhersagen. Bei der Expertenbefragung beschrieb man die Tests mit menschlichen Blutzellen als einen 'gravierenden Fehlschlag'. Diese neuere Art der Behandlungsmethoden auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit zu überprüfen ist schwieriger, als bei den meisten Medikamenten. Andererseits wurden bereits viele

biologische Heilmittel, die heutzutage Leben retten - wie zum Beispiel Herceptin – mit Hilfe von Tieren entwickelt.

Es werden im Vereinigten Königreich etwa 300 klinische Studien im Jahr durchgeführt. Die im Northwick Park Hospital aufgetretenen Probleme sind extrem selten, was man zum Großteil auch der hohen Effektivität der Tierstudien und anderer Tests beim Identifizieren solcher Gegenanzeigen schuldet. Die Forderung nach Abschaffung nicht 100% perfekter Tests, wäre wie Autofahrern zu raten, sich nicht mehr anzuschnallen, da der Sicherheitsgurt nicht alle Verletzungen verhindert.

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Systematische Übersichten

Systematische Übersichten - wie die, die dem Bericht im British Medical Journal (BMJ) zugrunde lagen - beweisen, dass Tierversuche für die Gesundheit der Menschen keine Bedeutung haben.

Systematische Übersichten können dabei helfen herauszufinden, ob die Tests korrekt durchgeführt und veröffentlicht werden. Zum Beispiel bewies eine systematische Übersicht in der angesehenen Zeitschrift The Lancet, dass keine der 500 zu einer Krankheit namens Spätdyskinesie durchgeführten Humanstudien

brauchbare Daten lieferte.

Ein Leitartikel im British Medical Journal mit dem Titel 'Der Skandal der notdürftigen medizinischen Forschung' behauptet, dass alle Arten der Forschung unter mangelhafter Qualitätskontrolle leiden.

Durch systematische Übersichten wurde bereits bewiesen, dass alle Arten von Studien Verbesserungspotential haben. Andere systematische Übersichten und unabhängige Studien haben aber auch bewiesen, dass Tierversuche durchaus für die Fortschritte der Humanmedizin relevant sein können.

Systematische Übersichten können natürlich nicht alle Fragen zur Relevanz und Anwendbarkeit von Tierstudien auf den Menschen beantworten. Vieles hängt davon ab, welche Studien man für die Übersicht wählt. Bei der Tierforschung wird nicht immer das Ziel verfolgt, die Ergebnisse von Humanstudien vorauszusagen, sondern auch neue Erkenntnisse zu erlangen und Fortschritte beim Verstehen von Krankheiten zu machen. Darum könnten die aus Tierversuchen erhaltenen Daten zu divers sein, um aussagekräftige Vergleiche mit den Ergebnissen von Humanstudien anzustellen

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Neuroimaging

Mit Hilfe der Magnetresonanz des menschlichen Gehirns erhält man heutzutage denselben Informationsstand wie durch invasive Untersuchungen von Gehirnzellen bei Tieren.

Die Magnetresonanz misst die Durchblutung in verschiedenen Teilen des Gehirns. Da sie frei von jeglichen Negativwirkungen ist, kann sie bedenkenlos eingesetzt werden. Sie vermittelt allerdings bei Weitem nicht die detaillierten Daten, die man durch das schmerzfreie Einsetzen von Elektroden in das Gehirngewebe bei

bei Tier- oder Humanstudien erzielt.

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HIV & AIDS - Forschung

Der Kampf gegen HIV und AIDS gestaltet sich besonders schwierig, da das Virus das Immunsystem des Körpers angreift und zusätzlich sehr schnell mutiert. Führende Forscher haben erst kürzlich empfohlen, dass mehr Grundlagenforschung betrieben werden sollte, um das Virus besser zu verstehen, bevor weitere Impfstudien mit Freiwilligen durchgeführt werden. Es gibt zwar noch keinen effektiven Impfstoff, aber Tierstudien waren entscheidend bei der Identifizierung des Virus, der Entwicklung von Diagnosetests und der Gestaltung der Therapien, die bereits Millionen von Leben verlängert haben.

HIV wurde in den frühen 1980er Jahren als ein Retrovirus identifiziert - eine Virusart, die bereits in Tieren untersucht worden war, von der man aber erst kurz zuvor herausgefunden hatte, dass sie auch Menschen infizieren kann. Der Bluttest (um Blut für Transfusionen zu testen und die Krankheit zu diagnostizieren) wurde unter Einsatz von Tieren entwickelt. Die erste Behandlung für HIV war eine Methode, die in Tiermodellen Aktivität gegen Retroviren gezeigt hatte. Nachdem bewiesen war, dass sie auch aktiv gegen HIV war, begann man sofort mit den klinischen Studien.

Durch die Untersuchung von Affen mit einem ähnlichen Virus (SIV) während der ersten Wochen nach der Infizierung, waren Wissenschaftler in der Lage, das Virus besser zu verstehen und effektivere antiretrovirale Medikamente für HIV-Patienten zu entwickeln. Heutzutage nehmen viele Betroffene zwei bis drei Tabletten täglich, was ausreicht, um die Reproduktion des Virus aufzuhalten, so dass sich das Immunsystem erholen kann. Tierforschung hat ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Postexpositionsprophylaxe gespielt, die viele Betroffene von Nadelstichverletzungen und anderen Arten der HIV-Expositionen vor einer Infizierung bewahrt hat.

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