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Reptilien

Schlangen

Schlangengifte sind eine Proteinquelle für die Analyse biologischer Aktivitäten an der Oberfläche von Zellmembranen. Beispielsweise wird der Chinesischen KobraANCHOR das Gift Phospholipase A2 entnommen, das weitläufig von Biochemikern und Molekularbiologen genutzt wird, um die Interaktionen an der Zelloberfläche und die dadurch entstehenden biochemischen Reaktionen zu untersuchen.

Eine Reihe von Neurotoxinen, die in der Grundlagenforschung verwendet werden, stammt von Schlangengift ab und wird bereits seit Jahren in Experimenten zur Untersuchung des Nervensystems eingesetzt. Es hat auch bereits anekdotische Berichte über den Einsatz von Schlangengift zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) gegeben. Eine wissenschaftliche Untermauerung dieser Behauptungen wurde zwar bisher nicht veröffentlicht, jedoch ist bekannt, dass man das Gift 'entgiften' kann, wodurch die Anwendung beim Menschen sicher ist und kaum Nebenwirkungen zeigt.ANCHOR

Das Gift der thailändischen Kobra, das Kobratoxin, besitzt verschiedene pharmakologische Eigenschaften, die tatsächlich zur Behandlung von MS beitragen könnten. Bei Tiermodellen von MS hat es erfolgreich bestimmte Komponenten des Immunsystems unterdrückt und gleichzeitig antivirale Aktivität gezeigt, wodurch Schmerzen reduziert werden und die Neurotransmission beeinflusst wird. Diese Eigenschaften könnten durchaus zu einer positiven Wirkung gegen die Krankheit beitragen. Derzeit werden umfassende Forschungsanstrengungen mit diesem modifizierten Schlangengift unternommen und klinische Studien zum Einsatz bei MS sind bereits geplant.

Ein ACE-Inhibitor namens Bradykinin-potenzierender Faktor (BPF), der ebenfalls aus Schlangengift stammt, senkt bewiesenermaßen den Blutdruck bei Ratten. ACE-Inhibitoren verhindern die Bildung einer auf natürliche Weise im Blut auftretenden Substanz, namens Angiotensin II, die den Blutdruck erhöht.


Quellen

  1. Scott, DL et al (1990) Science, 250: 1541-1546
  2. Reid PF. (2007) Crit Rev Immunol. 27 (4): 291-302

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