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Hodenkrebs

Hodenkrebs ist die am häufigsten auftretende Form von Krebs bei jungen Männern im Alter zwischen 15 und 40 Jahren. Auch wenn er in der westlichen Welt nur für 1% aller Krebserkrankungen bei Männern verantwortlich ist, ist es ungewöhnlich, dass er bei dieser jungen Altersgruppe auftritt. In den letzten 50 Jahren stieg die Zahl der Männer europäischer Abstammung, die an Hodenkrebs erkrankten jährlich um 3%. Die Ursache hierfür ist unklar. Die Überlebensrate der ersten 5 Jahren ist innerhalb der letzten 30 Jahre von 63% auf 90% gestiegen. Wenn der Krebs in einem frühen Stadion diagnostiziert wird, liegt sie heute bei beinahe 100%.

Ursachen
Behandlungsmethoden
Quellen

Ursachen

Die Ursachen für Hodenkrebs sind, ebenso wie der Anstieg der Erkrankungsrate, unklar. Es ist bekannt, dass die Erkrankungsrate mit der Abstammung zusammen hängt. So ist es für Weiße achtmal wahrscheinlicher an Hodenkrebs zu erkranken als für Afrikaner oder Asiaten.

Die Entwicklung von Hodenkrebs wird durch Umwelteinflüsse, die bereits im Mutterleib wirken, ausgelöst. An Mäusen mit genetischer Disposition für Hodenkrebs konnten Wissenschaftler zeigen, dass Föten, die in der 5. bis 6. Schwangerschaftswoche Strahlungen ausgesetzt waren ein erhöhtes Risiko haben Hodenkrebs zu entwickelnANCHOR. Dies ist das erste Beispiel für eine Induktion von Hodenkrebs durch einen umweltbedingten Faktor.

Die Transplantation von Hoden-Gewebe abgetriebener menschlicher Föten in Nacktmäuse resultiert in einem deutlich verlässlicheren Modell für die Untersuchung der Ursachen des HodenkarzinomsANCHOR. Dieses Verfahren wurde 2010 entwickelt und wurde seit dem eingesetzt um zu zeigen, dass Kontakt mit Phthalsäureester, eine weit verbreitete Chemikalie, von der man zuvor dachte, dass sie mit Hodenkrebs zusammen hing, weder die Überlebensraten noch die Testosteronproduktion beeinflusstANCHOR.

Professor Richard Sharpe beschreibt in einem Interview aus dem Jahr 2011 die Arbeiten seines Labors für Hodenkrebs.

Es war schwierig Tiermodelle zu entwickeln, weil es selten vorkommt, dass Tiere ein Carcinoma in situ (CIS), also ein Vorläufer des menschlichen Tumors, entwickeln. Es konnte dennoch von der Wissenschaft gezeigt werden, dass Seidenäffchen diese in einer dem Menschen ähnlichen Weise entwickeln, im Besonderen was die Inaktivierung des OCT-4 Gens betrifft, das mit der Entwicklung eines CIS in Verbindung gebracht wirdANCHOR. Das könnte bedeuten, dass Seidenäffchen ein passendes Modell für Hodenkrebs beim Menschen sind.

Behandlungsmethoden

Gegenwärtig beinhaltet die Behandlung das Entfernen des betroffenen Hodens in Verbindung mit einer Chemotherapie, die eine Kombination aus Cisplatin, Bleomycin und Etoposid einsetzt. Cisplatin wird gegen viele verschiedene Arten von Krebs wie Eierstockkrebs, Lymphdrüsenkrebs und kleinzellige Lungenkarzinome eingesetzt. Cisplatin wurde ursprünglich rein zufällig gebildet während man Platin-Elektroden bei der Elektrolyse einsetzte. Man bemerkte, dass Cisplatin bei Bakterien die Zellteilung verhindert und erst später wurden seine tumorbekämpfenden Eigenschaften durch Experimente an Mäusen entdecktANCHOR.


Quellen

  1. Shetty G, Comish PB, Weng CCY, Matin A, Meistrich ML (2012) Fetal Radiation Exposure Induces Testicular Cancer in Genetically Susceptible Mice. PLoS ONE 7(2): e32064. doi:10.1371/journal.pone.0032064
  2. Mitchell RT et al. (2010) Xenografting of human fetal testis tissue: a new approach to study fetal testis development and germ cell differentiation Hum. Reprod. 25 (10): 2405-2414. doi: 10.1093/humrep/deq183
  3. Mitchell RT et al. (2012) Do Phthalates Affect Steroidogenesis by the Human Fetal Testis? Exposure of Human Fetal Testis Xenografts to Di-n-Butyl Phthalate The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 97(3):E341-E348 doi: 10.1210/jc.2011-2411
  4. McKinnell C et al. (2013) Perinatal germ cell development and differentiation in the male marmoset (Callithrix jacchus): similarities with the human and differences from the rat Human Reproduction 28(4):886–896 doi:10.1093/humrep/des465
  5. Rosenberg B, Vancamp L, Trosko JE, Mansour VH (1969) Platinum Compounds: a New Class of Potent Antitumour Agents Nature 222, 385-386 doi:10.1038/222385a0

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