Die weltweite Quelle für wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Tierforschung

Loading
Main menu
Select a language
Search
Loading

Lebenszyklus des Malaria-Parasiten entdeckt

Ende des 19.Jahrhunderts glaubte man, dass man sich durch die Aufnahme von schmutzigem Wasser mit Malaria ansteckte. Verschiedene Biologen - Manson, Koch, KinANCHOR und LavernANCHOR - entwickelten unabhängig voneinander die Theorie, dass Malaria durch Moskitostiche verursacht würde, dafür gab es jedoch kaum Anhaltspunkte.

Laut Mansons Theorie saugte der Moskito beim Stechen Blut und damit den Parasit ein. Der Moskito legte dann Eier und starb, wobei er den Parasiten ins Sumpfwasser ablegte und den Menschen über die Verdauung ansteckte.ANCHORManson kam auch zu der Schlussfolgerung, dass die Stammzellen im Blut kleine, bewegliche Fäden erzeugten, die im Blut der infizierten Personen zu sehen waren, und dass hierdurch die Moskitos beim Stich angesteckt wurden.

Eine entgegengesetzte Theorie des italienischen Bignami besagte, dass die Parasiten Moskitolarven im Wasser ansteckten und dass die Moskitostiche den Menschen infizierten. Bei der Blutstudie von Menschen, die in Indien am Malariafieber erkrankt waren, untersuchte Ronald Ross die beweglichen Fäden im Blut, und hatte den Eindruck, dass Mansons Theorie stimmte.

Er fing an, Moskitos systematisch zu sezieren und studierte sie eingehend unter dem Mikroskop. Es gelang ihm, den Parasiten im Magen des Moskitos ausfindig zu machen, wo er anscheinend verschwand. Hiermit wurde zum ersten Mal ein Protozoonparasit bekannt, der mehr als eine Spezies innerhalb seines Lebenszyklus infiziert hatte. Nach jahrelanger Arbeit war Ross nicht weiter gekommen, als die Form des Parasiten im Moskito ausfindig gemacht zu haben. Er fing an, sich zu fragen, ob Manson nicht doch falsch lag, was den Infektionsweg anging. Dieser hatte die Theorie Bignamis verworfen, dessen Hauptvoraussetzung es war, dass Moskitos den Parasiten aus den Sümpfen zum Menschen brachten, während Ross den Eindruck hatte, dass die Verbindung zwischen den Sümpfen und Malaria einfach mit der Tatsache begründet werden konnte, dass Moskitos in Stillgewässern brüten.

Im November 1897 erfuhr Ross, dass der Amerikaner MacCallum Vogelmalaria in Krähen untersucht hatte. Vogelmalaria hat viele Ähnlichkeiten mit menschlicher Malaria, wodurch Manson und Ross große Vorteile in der Arbeit mit diesem Typen erkannten, jedoch gelang es ihnen nicht, die Moskitos zum Stechen zu bringen. MacCallum entdeckte, dass zwei Parasitenarten in der Magenhöhle der Insekten landeten - männliche und weibliche. Die eine Art war beweglich wie Spermien und die andere regungslos wie Eizellen.ANCHOR Dies erklärte, warum die Parasiten aus dem Magen der Moskitos verschwanden. Die männlichen und weiblichen Parasiten durchliefen Meiose, wodurch eine neue bewegliche Parasitenart entstand, die sich in die Magenschleimhaut grub, um zu wachsen.

Da er Schwierigkeiten hatte, Menschen für seine Studien zu finden, verlegte Ross seine Untersuchungen auf Vögel wie Krähen, Spatzen, Tauben, Webervögel und Lerchen. Ross setzte seine Forschungen anhand einer langen Reihe an Experimenten an Vögeln fort, um seine Erkenntnisse, dass der Malaria-Parasit Wirte von zwei verschiedenen Spezies während seines Lebenszyklus infizierte, zu bestätigen. Diese Experimente lieferten den endgültigen Beweis, dass das Entwicklungsstadium des Malaria-Parasiten in Moskitos stattfindet.

Bei seinen Folgestudien fand Ross im Juni 1898 heraus, dass die jungen Parasiten im Magen des Moskitos nach Erreichung der Reife platzen, wobei fadenförmige Körper ins Insekt abgesondert werden, und in dessen Kreislauf verteilt werden. Einige Wochen später entdeckte er, dass die fadenförmigen Körper Zellen penetrieren konnten, und dass sie sich an einem Punkt in der Thorax ansammelten, als ob sie in eine Richtung steuerten. Letztendlich erkannte Ross, dass der Parasit sich in der Speicheldrüse des Moskitos ansammelte, die das Blutverdünnungsmittel enthält, das vor dem Stich injiziert wird.

Anschließend demonstrierte Ross anhand von Experimenten an 4 Spatzen und einem Webervogel, deren Blut nach dem Stich eines infizierten Moskitos viele Parasiten aufwies, dass der Infektionsweg über einen Moskitostich verläuft. Diese Erkenntnisse wurden der British Medical Association im Juli 1898 präsentiert.ANCHOR

Für seine Entdeckungen wurde Ronald Ross 1902 der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.


Quellen

  1. King, "Insects and disease, mosquitoes and malaria.", Popular Sci. Monthly, Sep. (1883)
  2. Laveran, Traité des Fièvres Palustres, Paris, 1884, p. 457.
  3. Manson, "On the nature and significance of the crescentic and flagellated bodies in malarial blood.", Brit. Med. J., Dec. 8 (1894).
  4. MacCallum, "On the flagellated form of the malaria parasite.", Lancet, Nov. 1 (1897). Also J. Exptl. Med., 3 (1898).
  5. Manson, "The mosquito and the malaria parasite.", Brit. Med. J., Sep. 24 (1898). (Read at the Edinburgh Meeting of the British Medical Association at the

Main menu
Select a language
Search
Loading