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Eierstockkrebs

Bei 4% der Krebserkrankungen von Frauen handelt es sich um EierstockkrebsKrebs der Eierstöcke ist mit weltweit 235 000 Fällen im Jahr 2012ANCHOR für circa 4 % aller Krebserkrankungen bei Frauen verantwortlich. Die 5-Jahres-Überlebensrate für Eierstockkrebs hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt und liegt heute bei ungefähr 40%, abhängig vom Alter der Patientin und des Stadium des KrebsesANCHOR ANCHOR ANCHOR. Dies ist dem vermehrten Einsatz von auf Platinum basierenden Bestandteilen und der größeren Wirksamkeit der Behandlungsmethoden von wiederkehrenden Krebsarten zu zuschreiben.

Diagnose
Behandlungsmethoden
Mögliche Behandlungsmethoden
Quellen

Diagnose

Der Bluttest, der die Ärzte darüber informiert, ob Eierstockkrebs vorliegt oder wie dieser auf die Behandlung reagiert, testet auf ein erhöhtes Level des Proteins CA125. Das Protein CA125 wird von einigen Zellen des Eierstockkrebses produziert und ist der gängigste Biomarker für den Nachweis von Eierstockkrebs. Da der Test eine hohe Rate an fälschlicherweise positiven Ergebnissen hat, wird er Frauen einer durchschnittlichen Risikogruppe für Eierstockkrebs normalerweise nicht empfohlen. Er wird oft bei Frauen eingesetzt, die entweder ein erhöhtes Risiko haben oder Symptome zeigen, die zu Eierstockkrebs passen. CA 125 wurde erstmals 1981 unter Verwendung eines monoklonalen Maus Antikörpers nachgewiesen. Das Protein wurde Krebs Antigen 125 genannt, weil es der 125. Antikörper war, der gegen die beforscht Zelllinie des Eierstockkrebs produziert wurdeANCHOR.

Für Frauen, in deren Familie Brust und Eierstockkrebs vorkommt, können Ärzte bereits Tests auf Genvarianten anbieten, die mit diesen Krebsarten in Verbinndung gebracht werden. Die wichtigsten Gene, die mit Krebs assoziiert werden sind BRCA1 und BRCA2, die dazu beitragen, dass Tumore in Entwicklung und Wachstum behindert werden. Die Art und Weise, wie dieser Prozess vor sich geht wurde ausgiebig anhand von Experimenten mit Mäusen studiert und ist heute entschlüsseltANCHOR ANCHOR ANCHOR.

Behandlungsmethoden

Die Hauptwirkstoffe gegen Eierstockkrebs sind Carboplatin (Paraplatin) und Taxol (Paclitaxel).

Taxol (Paclitaxel) war eines der ersten Medikamente für die Behandlung von Eierstockkrebs und kommt in der Rinde der pazifischen Eibe vor. Es wurde im Rahmen eines großangelegten Projektes zur Katalogisierung von pflanzlichen und tierischen Chemikalien und ihren krebsbekämpfenden Eigenschaften entdeckt. Die Chemikalien, die aus diesen Pflanzen isoliert wurden, wurden an Krebszellen auf Hinweise für Reaktionen überprüft. Die Wirkung des Extraktes aus der Eibe wurde im Jahr 1965 bemerkt. Taxol war einer der vielversprechendsten Kandidaten, der im Rahmen dieses Projektes entdeckt wurde, aber seine Seltenheit und seine ungewöhnliche chemische Struktur führten dazu, dass ihm vorerst wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Bis man im Jahr 1979 zeigen konnte, dass das Eibenextrakt einen bis dahin völlig unbekannten Wirkmechanismus für die Abtötung von Krebszellen hat und dazu in der Lage war Brustkrebstumore bei Nacktmäusen zurück zu bildenANCHOR ANCHOR. Fünf Jahre später bekam Taxol die Zulassung für klinische Versuchsreihen, in denen es die Tumore von 30% der Frauen mit Eierstockkrebs zurück bilden konnte. Das war ein noch nie dagewesener Erfolg bei der Behandlung dieser schwierigen KrankheitANCHOR10.

Carboplatin ist ein auf Platinum basierender Wirkstoff der weniger schädliche Nebenwirkungen hat als der klassische Wirkstoff Cisplatin, der der erste dieser Wirkstoff-Familie war. Cisplatin wurde ursprünglich durch Zufall gebildet, während man Platinelektroden für die Elektrolyse benutzte. Man bemerkte dabei, dass Cisplatin Zellteilung von Bakterien verhindert. Später wurden seine antitumoralen Eigenschaften durch Experimente an Mäusen nachgewiesenANCHOR.

Es gibt einige weitere Behandlungsmethoden für weiter fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Krebs. Zu diesen gehört Avasin (Bevacizumab), ein humanisierter Antikörper der Maus, der das Wachstum von neuen Blutgefäßen verlangsamt. Dies trägt zur Aushungern des Tumors bei, indem es seine Sauerstoff- und Nährstoff-Versorgung behindert. Hormon-Behandlungen, wie mit Tamoxifen werden erforscht um ihre Effektivität bei der Behandlung von resistentem Eierstockkrebs zu bestimmen. Diese Behandlungsmethoden werden gegen Brustkrebs bereits standardmäßig eingesetzt.

Mögliche Behandlungsmethoden

Im Jahr 2005 entdeckten Forscher, dass Zellen, denen entweder das BRCA1 oder das BRCA2 Gen fehlt, sehr sensibel auf einen Bestandteil reagierten, der die Funktion des DNA Reparatur Proteins PARP-1blockiertANCHOR ANCHOR.

Diese Zellen transplantierte man darauf hin Nacktmäusen um zu überprüfen, ob man in vivo denselben Effekt erzielen konnte. In der Tat blockierte der PARP-Inhibitor das Wachstum von Tumoren denen das BRCA2-Gen fehlte und hatte kaum Auswirkungen auf Tumore ohne diese Mutation. Die Forschung konnte ebenfalls zeigen, dass genetisch modifizierte Mäuse, die keinerlei PARP-1 besaßen dennoch gesund warenANCHOR. Dies deutete darauf hin, dass es keine ernsthaften Nebenwirkungen geben würde, wenn man bei Menschen Wirkstoffe einsetzt, die PARP blockieren und steigerte das Interesse an der Möglichkeit PARP Inhibitoren als Mittel gegen Krebs einzusetzen. Heute schätzt man, dass weltweit an 60 PARP Inhibitoren geforscht wird, wovon mindestens sechs Ende 2013 bereits in Phase III Studien gingenANCHOR.

Eine weitere Herangehensweise besteht darin das CD44 Protein anzugreifen, das den Krebs dabei unterstützt übermäßig zu wachsen und Resistenzen gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden zu entwickeln. Forscher haben bei Mäusen bereits erfolgreich kleine aktivitätshemmende RNA Moleküle eingesetzt um die Funktionsfähigkeit des CD44 zu blockieren, was ein Rückgang ihrer Tumore zur Folge hatteANCHOR.


Quellen

  1. Ferlay J, Soerjomataram I, Ervik M, Dikshit R, Eser S, Mathers C, Rebelo M, Parkin DM, Forman D, Bray, F. GLOBOCAN 2012 v1.0, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11 [Internet].Lyon, France: International Agency for Research on Cancer; 2013. Available from: http://globocan.iarc.fr, accessed on 03/03/2014.
  2. Ferlay J, Soerjomataram I, Ervik M, Dikshit R, Eser S, Mathers C, Rebelo M, Parkin DM, Forman D, Bray, F. GLOBOCAN 2012 v1.0, Cancer Incidence and Mortality Worldwide: IARC CancerBase No. 11 [Internet].Lyon, France: International Agency for Research on Cancer; 2013. Available from: http://globocan.iarc.fr, accessed on 03/03/2014.
  3. Kitchener HC (2008) Survival from cancer of the ovary in England and Wales up to 2001. Br J Cancer 99 Suppl 1:S73-4.
  4. SEER 9 Incidence & U.S. Mortality 1975-2010
  5. Schmidt C (2011) CA-125: a biomarker put to the test Journal of the National Cancer Institute 103(17): 1290–1 doi:10.1093/jnci/djr344
  6. Deng CX (2002) Tumor formation in Brca1 conditional mutant mice Environ Mol Mutagen 39:171-7
  7. Brodie SG, Deng CX (2001) BRCA1-associated tumorigenesis: what have we learned from knockout mice? Trends Genet 17:S18-22
  8. Deng CX (2001) Tumorigenesis as a consequence of genetic instability in Brca1 mutant mice Mutat Res 477:183-9
  9. Schiff PB (1979) Promotion of microtubule assembly in vitro by taxol Nature 22;277(5698):665-7
  10. http://www.rinr.fsu.edu/fall2002/taxol.html
  11. Rowinsky EK et al (1988) Phase II study of taxol in advanced epithelial malignancies Proceedings of the Association of Clinical Oncology 7:136
  12. Rosenberg B, Vancamp L, Trosko JE, Mansour VH (1969) Platinum Compounds: a New Class of Potent Antitumour Agents Nature 222, 385-386 doi:10.1038/222385a0
  13. Bryant HE, Schultz N, Thomas HD et al (2005) Specific killing of BRCA2-deficient tumours with inhibitors of poly(ADP-ribose) polymerase Nature 434:913-7
  14. Farmer H, McCabe N, Lord CJ et al (2005) Targeting the DNA repair defect in BRCA mutant cells as a therapeutic strategy Nature 434:917-21
  15. Wang ZQ, Stingl L, Morrison C et al (1997) PARP is important for genomic stability but dispensable in apoptosis Genes Dev 11:2347-58
  16. Garber K (2013) PARP inhibitors bounce back Nature Reviews Drug Discovery 12, 725–727 doi:10.1038/nrd4147
  17. Shah V et al (2013) Targeted Nanomedicine for Suppression of CD44 and Simultaneous Cell Death Induction in Ovarian Cancer: An Optimal Delivery of siRNA and Anticancer Drug Clin Cancer Res 19;6193 doi:10.1158/1078-0432

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